Emissionshandel
Die Kalkindustrie ist eine der wichtigsten Grundstoffindustrien. Kalkprodukte sind als Einsatzstoffe für viele Prozesse, besonders in der Eisen- und Stahlindustrie, im Umweltschutz, in der Bauwirtschaft, in der Landwirtschaft, in der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie unverzichtbar und praktisch nicht durch andere Produkte zu ersetzen.
Die Kalkindustrie wird von allen beteiligten Industrien am härtesten von den Auswirkungen des Emissionshandels betroffen, weil
- sie bei der Produktion von 1t Kalk ca. 1,2t CO2 emittiert,
- ihre Wertschöpfung im Verhältnis zum CO2-Ausstoss die geringste aller Beteiligten ist,
- das technische Minderungspotential ausgeschöpft ist. Pro Tonne Kalk werden 785kg CO2 chemisch freigesetzt. Dieser Anteil kann naturgemäß nicht verringert werden. Ein Drittel der Emissionen resultiert aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe in den Öfen der Kalkindustrie. Die Ofentechnik und der Brennstoffeinsatz sind optimiert mit thermischen Wirkungsgraden von über 85% und technisch nur minimal bei unverhältnismäßig hohem Aufwand zu verbessern.
Unter den Bedingungen des Emissionshandelssystems, muss entweder in technische Maßnahmen zur Minderung der CO2-Emissionen investiert werden, oder es müssen CO2-Zertifikate zugekauft werden. In der Kalkindustrie ist der Spielraum für Minderungsmaßnahmen sehr gering, so dass die Kalkindustrie in der dritten Handelsperiode Zertifikate zukaufen muss.
Diese Situation ist einzigartig. Auch die vorgeschlagenen Regelungen im Entwurf zum NAP II für die Jahre 2008 bis 2012 haben für diese Besonderheiten keine befriedigende Lösung.
Die Märkte der Kalkindustrie haben sich ab dem Jahr 2006 wiederbelebt. Neue Einsatzgebiete sowie die Erholung der Bauwirtschaft haben bereits in 2006 und werden vermehrt noch in den kommenden Jahren zu einer verstärkten Kalkproduktion führen. Im Jahr 2006 betrug die Kalkproduktion unserer Mitglieder 6.785 Tt und lag um fast 4% über der des Jahres 2005. Wir erwarten im Jahr 2007 einen weiteren Zuwachs um 6%. Die bisher im NAP II vorgesehene Härtefallregelung für den mittelständischen Bereich – und damit auch für die Kalkindustrie - wird diesem Umstand nur zum Teil gerecht. Die Berechnung der Auswirkung der bisher vorgesehenen Mittelstandsregelung zeigt, dass die durchschnittliche Gesamtproduktion der Jahre 2005 und 2006 unserer Mitglieder annähernd so groß wie die durchschnittliche Produktion der Jahre 2000 bis 2004 ist.
Weitere Informationen zum Thema Emissionshandel finden Sie beim
Bundesverband der deutschen Kalkindustrie:
www.kalk.de




